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Bericht und Bilder von der Ausgrabung 2003

 

20 Jahre nach der letzten archäologischen Grabung

war das Achäologenteam wieder zu Ausgrabungen in Schwanfeld

Frankfurter Archäologen entdecken eine neue Kreispalisade

in Schwanfeld (Unterfranken/Bayern)

Bei einer zweiwöchigen Lehrgrabung des Seminars für Vor- und Frühgeschichte der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt unter Leitung von Prof. Dr. Jens Lüning wurde im August 2003 eine schon im Vorjahr durch geomagnetische Messungen entdeckte, kreisförmige Grabenanlage genauer untersucht; sie liegt in Schwanfeld, Landkreis Schweinfurt in Unterfranken (Nordbayern). Es stellte sich heraus, dass sie zur Großgartacher Kultur (4900-4800 v. Chr.) gehört und aus einer ehemals 4-6 m hohen Holzpalisade bestand, die einen Kreis von 98 m Durchmesser bildet. Die Palisade war aus 35-45 cm starken, runden Holzstämmen errichtet worden, die dicht nebeneinander in einem 70 cm breiten und ehemals 1,80 m tiefen Graben standen. Die Anlage besitzt im Norden, Osten und Süden je einen schmalen Eingang, im nicht untersuchten Westen vermutlich einen vierten. Die Ausrichtung nach Himmelsrichtungen ist typisch für diese Zeit und muss für die Schwanfelder Anlage noch genauer analysiert werden.

Von außen und von innen sind an die Holzmauer rechteckige Gruben mit flachem Boden "angebaut" worden. Sie wurden erstmals bei einer Kreispalisade entdeckt und sind, nach etwas jüngeren Beispielen, zweifellos aus religiös-rituellen Gründen anlässlich von Festlichkeiten oder auch bei besonderen Ereignissen (z.B. soziale Spannungen, extreme Wetterlagen) als "Opfergruben" ausgehoben worden. Im Innern des Palisadenringes zeigt der geomagnetische Plan zahlreiche große und kleine Gruben, die für diese Zeit typisch sind, es fehlen aber jegliche Hausgrundrisse.

Diese befinden sich in der nur 20-30 m entfernten, zugehörigen Siedlung, die aus mindestens 8 Häusern mit schiffsförmigem Grundriss von 20 m Länge bestand. Die Verbindung von Dorf und Palisadenring ist bisher erst sehr selten nachgewiesen worden. Derartige Kreisanlagen haben ihren Verbreitungsschwerpunkt entlang der Donau zwischen Nordungarn/Slowakei durch Niederösterreich/Mähren bis nach Niederbayern. In zunehmender Zahl werden sie neuerdings aber auch weiter nördlich bekannt, vor allem durch die Luftbildarchäologie, und zwar aus Nordbayern (Unterfranken), Böhmen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und sogar aus Brandenburg an der Oder.

Die Kreisanlagen werden als politisch-soziale Mittelpunkte von größeren Siedlungskammern gedeutet, an denen die Bewohner der umliegenden Siedlungen zu Jahresfesten, religiösen Feiertagen und Gerichtstagen zusammenkamen, womit zweifellos auch Märkte für den Warenaustausch verbunden waren.

Frankfurt am Main, 22.8.2003

Prof. Dr. Jens Lüning

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