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Klärschlammvererdungsanlage in der Realisierungsphase


06.06.2011

 
 
Die anfänglichen „Geburtswehen“ sind vergessen – der Bau schreitet zügig voran.
Aufgrund von Gesprächen mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern an der Baustelle konnte ich Informationsbedarf feststellen.
Obwohl schon vor längerer Zeit bereits zu verschiedenen Gelegenheiten im Amtsblatt, sowie in den Bürgerversammlungen hierüber informiert wurde, komme ich gerne dem Wunsch nach, das Prinzip der Klärschlammvererdung nochmals kurz vorzustellen.
 
Ich zitiere aus dem Erläuterungsbericht:
 
Es soll ein Konzept für die naturnahe Vererdung des Klärschlamms aus der kommunalen Kläranlage Schwanfeld entworfen werden, um deren Erfordernisse für die Ausführung sowie deren Wirtschaftlichkeit zu prüfen.
Durch die Klärschlammvererdung soll der anfallende Klärschlamm nicht nur beseitigt, sondern ohne Einsatz von Chemikalien und Energie in Humus umgewandelt werden. Der Stoffkreislauf soll mit der Verwendung des vererdeten Materials im Landschaftsbau und für Rekultivierungsmaßnahmen geschlossen werden.
 
Die Klärschlammvererdung mit Schilf ist ein Verfahren zur stofflichen Verwertung von Klärschlamm. Bei diesem Verfahren erfolgt eine Entwässerung und Stabilisierung bzw. Mineralisierung des Schlammes in mit Schilf bepflanzten Becken. Der flüssige Klärschlamm wird über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren in bestimmten Mengen und Intervallen direkt in die Schilfbecken, die herkömmlichen Trockenbecken ähneln, gepumpt. Dort erfolgt eine natürliche Entwässerung des Schlamms über das Drainagesystem der Becken und durch die Evapotranspiration des Schilfs.
Je nach Auslegung der Anlage ist eine durch den Höhenzuwachs bedingte maschinelle Räumung der Becken nur alle 5 bis 10 Jahre erforderlich. Der regelmäßige Betrieb der Anlage wird durch die Beckenräumung nicht unterbrochen, die geräumten Becken können sofort wieder in Betrieb genommen werden, da Schilfrhizome in der unteren Zone belassen werden.
Die Klärschlammvererdung leistet eine Entwässerung (dadurch deutliche Volumenreduzierung) und Stabilisierung des Schlammes ohne nennenswerten zusätzlichen Energieaufwand. Das Endprodukt ist ein chemisch relativ stabiles, erdähnliches Material, das gut lager- und transportfähig ist und verschiedensten Verwendungen, vor allem im Bereich Rekultivierung und Landschaftsbau, zugeführt werden kann.
 

 

 
Wirkungsmechanismen beim Vererdungsprozess
Die Wirkungsmechanismen in einem Vererdungsbecken sind sehr komplex und ergeben sich aus dem Zusammenwirken von Schilf, Mikroorganismen, Klärschlamm und Filtermaterial. Die Schlüsselfunktionen dazu stellen die direkten und indirekten Wirkungen des Schilfs dar.
Voraussetzung für das Funktionieren von Klärschlammvererdungsanlagen ist daher ein gut entwickelter Schilfbestand in den Becken. Der Schilf, der im Schlamm hochproduktive Bestände entwickeln kann, bewirkt auf Grund seiner biologischen Tätigkeiten Veränderungen der Milieubedingungen im Klärschlamm.
Ein langfristiges Gedeihen von Schilf in Klärschlamm ist abhängig von der Schlammart und der Schlammgabe. Der Wasseranteil des Nassschlamms ist dabei weniger wichtig – es kommt auf die Flächenbelastung mit Trockensubstanz an.
 
Beckenausführung und -aufbau
Die Klärschlammvererdungsanlage besteht aus zwei gleichartigen, foliengedichteten Erdbecken mit stationärer Schlammzuführung, Sickerwasserdrainage und Sickerwasserrückführung über einen Pumpschacht. Zur Bepflanzung wird Schilf (Phragmites australis) eingesetzt.
Der Klärschlamm wird aus den Schlammstapelbehältern zur Vererdungsanlage zugeleitet.Die Becken besitzen an den Längsseiten befestigte Randstreifen, so dass die Becken später von einem Bagger mit entsprechender Reichweite von der Seite geräumt werden können.
Das Sickerwasser wird in den bestehenden Folienteich gefördert, von dem das Sickerwasser gezielt in den Kläranlagenzulauf weitergefördert werden kann. Dadurch ist sichergestellt, dass die zum Kläranlagenzulauf zurückgeführten Sickerwassermengen nicht stoßweise kommen und die Kläranlage nur unwesentlich belasten.
 
Rotteplatz
Der Rotteplatz dient der Nachrottung von Schlamm, der aus der Vererdungsanlage entnommen wird. Hier lagert der Schlamm vor der weiteren Verwendung für etwa ein Jahr. Die weitere Nutzungsmöglichkeit dieses Platzes ist die Ablagerung und Häckselung von Gartenabfällen aus der Gemeinde und von Haushalten in der überwiegenden
Zeit, wenn kein Klärschlamm gelagert wird.
 
Wirtschaftlichkeitsberechnung
Es wird eine Kostenvergleichsrechnung (KVR) nach Maßgabe der KVR-Leitlinien der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) durchgeführt. Der Kostenvergleich dient dazu, aus einer Anzahl vorgegebener Alternativen zur Erreichung einer bestimmten Leistung die im Hinblick auf die einzubeziehenden Budgets kostengünstigste Lösung zu ermitteln. Im vorliegenden Fall wird die KVR dazu eingesetzt, eine Vollkostenrechnung für die Klärschlammvererdung zu erstellen, die sämtliche Kosten wie Investition, Reinvestition und Betriebskosten beinhaltet.
 
Richard Köth
1. Bürgermeister

 



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