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Tularämie (Hasenpest) bei Feldhasen festgestellt


29.10.2014

Tularämie (Hasenpest) bei Feldhasen festgestellt

Krankheit auch auf den Menschen übertragbar

 

Landkreis Schweinfurt. Bei einem Anfang Oktober im Bereich Werneck verendet aufgefundenen Feldhasen wurde eine Infektion mit Tularämie (Hasenpest) festgestellt. Dies teilt das Veterinäramt des Landratsamts Schweinfurt mit. Dabei handelt es sich um eine vorwiegend bei Hasen, Kaninchen und anderen Nagern (Biber, Mäuse, Ratten) auftretende, häufig tödlich verlaufende Erkrankung, die auch auf den Menschen übertragbar ist und bei diesem auch unter Behandlung in bis zu fünf Prozent der Fälle tödlich verläuft.

 

Erreger ist ein Bakterium, das in gefrorenem Hasenfleisch bis zu drei Jahre und in Boden und Wasser über mehrere Wochen infektiös überdauern kann. Die Tierkrankheit ist in der gesamten nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Europa, Asien) verbreitet. In Deutschland wurden in diesem Jahr bereits 33 Fälle diagnostiziert.

 

Beim Tier führt eine Infektion binnen zwei bis drei Tagen zu einer Septikämie (Blutvergiftung), die zu Schwäche, Ausbleiben des Fluchtverhaltens, Fieber und gesteigerter Atemfrequenz führt. Beim Aufbrechen der Tiere fallen insbesondere vergrößerte Lymphknoten und Milz auf. Die meisten Tiere verenden innerhalb von vier bis dreizehn Tagen.

 

Der Erreger (Francisella tularensis) ist hoch ansteckend. Der Mensch infiziert sich insbesondere durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt (beim Aufbrechen, Zubereiten von Wildbret), durch Verzehr von nicht ausreichend erhitztem kontaminiertem Hasenfleisch, dem Einatmen von kontaminiertem Staub (aus Erde, Stroh, Heu oder beim Abbalgen) oder durch Stiche von infizierten blutsaugenden Insekten. Auch die Aufnahme von kontaminiertem Wasser kann zu einer Infektion führen. Die Tularämie kann mit geeigneten Antibiotika in der Regel gut behandelt werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

 

Beim Menschen äußert sich die Tularämie je nach Infektionsweg und Erregerstamm stark unterschiedlich. Sie kann sehr unspezifisch verlaufen. Zumeist werden Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und eine schmerzhafte Schwellung der regionalen Lymphknoten beobachtet. Bei Infektion über den Verdauungstrakt kommt es zu Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten sowie ggf. Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfällen.

 

Aufgrund der Feststellung des erkrankten Tieres werden vom Veterinäramt folgende Verhaltensmaßregeln empfohlen:

  • In freier Natur aufgefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren muss vermieden werden.
  • Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.
  • Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt heranzuziehen, das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper sollten dem Veterinäramt zur weiteren Untersuchung zur Verfügung gestellt, ansonsten aber nur über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden.
  • Wildbret von Feldhasen und Wildkaninchen darf nur gut durchgegart verzehrt werden. Die bei der Zubereitung des Wildbrets benutzten Gegenstände (Messer, Schneidbretter) sollten danach mit heißem Wasser gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen und diesen hierauf hinweisen.

(Pressemitteilung des Landratsamts Schweinfurt vom 27.10.2014)

 



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